Ilka Weber Stiftung
SHG Lübeck-Schwerin
Schlaganfallrisiko
Laborwerte Herz (1)
Laborwerte Herz (2)

Laborwerte Herz- und Gefäß-Diagnostik (1) 
Zur Herz- und Gefäß-Diagnostik gehört neben den kardiologischen und angiologischen Untersuchungen auch die genaue Analyse von Blut und Urin im medizinischen Labor. Die Werte, die dabei ermittelt werden, sind immer individuell zu betrachten. Allgemeingültige Aussagekraft besitzen sie nur annäherungsweise. Bei der diagnostischen Auswertung der Laborergebnisse dienen keine absoluten Zahlen, sondern Referenzwerte als Orientierungsgrößen. Die meisten Angaben der Laborwerte erfolgen in Einheiten, in Einzelfällen wird auch nur mit + oder - gearbeitet, das heißt, es wird das Fehlen oder das Vorhandensein eines bestimmten Stoffes registriert. Die Einheiten werden beispielsweise in 100 mg/dl gemessen, also 100 mg auf ein Deziliter, das ist ein zehntel Liter. Manche Angaben erfolgen auch in Units/Liter, die Maßeinheit ist dann U/l. 
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Adrenalin      (10 - 80 ng/l)
Erhöhte Dosen dieses Hormons findet man bei einem adrenalinbildenden Tumor. Eine Erhöhung des Adrenalins kann zu  Bluthochdruck oder Unterzuckerung führen.
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Aldosteron      (20 - 150 ng/l)
hält Wasser in den Nieren zurück und kann Ursache von Bluthochdruck sein. Die Werte steigen bei Erkrankungen der Nieren und Nebennieren.
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Blutplättchen/Thrombozyten     (140 - 360 Gpt/l)
Kleine Blutbestandteile, die wichtig für die Blutgerinnung sind, aber auch zu Gefäßverschlüssen führen können.
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Blutzucker/Glucose i.Pl.    (4,1 - 5,6 mmol/l)
Seine Erhöhung lässt auf einen Diabetes mellitus schließen. Die Werte sind erhöht bei Überernährung, Herzinfarkt, Infektionen, Schwangerschaft und Stress.
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Cholesterin i.S.     (< 5,2 mmol/l)
HDL-Cholesterin (> 1,0 mmol/l),
 LDL-Cholesterin (< 3,4mmol/l)
wird benötigt zur Bildung von Gallensäuren und zur Produktion von Hormonen. Aus Cholesterin bestehen auch die Zellwände unseres Körpers. Das gute, das HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein), transportiert Fette und Eiweiß zum Abbau in die Leber; das negative, das LDL-Cholesterin (Low Density
Lipoprotein), bindet sie in den Gefäßwänden und erhöht somit das Arteriosklerose-Risiko. Für eine Veränderung des Gleichgewichts zugunsten des negativen Cholesterins gibt es verschiedene Ursachen: familiäre Veranlagung, Fettstofwechselstörungen und Übergewicht, Alkoholmissbrauch.
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CK  (Frauen < 140 U/l, Männer < 170 U/l)
Eine Erhöhung des CK, des Wertes der Kreatinkinase, zeigt sich im Blut, wenn bei einem Herzinfarkt Muskelzellen absterben.
Normalerweise beschleunigt die Kreatinkinase  die Bereitstellung von Energie in der Muskulatur. Eine Erhöhung der Werte findet man bei einem Herzinfarkt, aber auch bei Muskelquetschungen oder Infektionen und nach stärkerer sportlicher Belastung.
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Copeptin/COPE
ist ein neuer Biomarker, dessen Erhöhung im Blut zusammen mitTroponin die Frühdiagnose eines Herzinfarktes verbessern kann. Wird auch bei einer Herzinsuffizienz  oder Sepsis (Blutvergiftung) gefunden. In der Verlaufskontrolle scheint nach neuesten Studien das Copeptin zur Prognosebeurteilung hilfreich zu sein.
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Fibrinogen      (200 - 400 mgt/dl)
Der erhöhte Fibrinogenspiegel wird zur Risikoabschätzung einer Arteriosklerose in Herz und Gefäßen gemessen, z.B..zur Beurteilung der Verlaufsentwicklung eines Herzinfarkts, Schlaganfalls sowie bei einer Thrombose oder Gerinnungsstörung. Die Werte geben ein Gesamtbild über die Gerinnungseigenschaft und -aktivität des Blutes wieder. Es wird zur Beurteilung derGerinnungsbildung oder des Gerinnungsabbaus herangezogen. Aber auch akute Infektionen oder bestimmte Krebsarten bewirken einen  erhöhten Spiegel. Fibrinogen  ist ein Akut-Phasen-Indikator und besonders in dieser frühen Phase ein wichtiger Wegweiser.
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Homocystein/HCY     (< 10 umol/l)
Der Homocysteinspiegel wird zur Analyse eines persönlichen Risikoprofils z.B. zur Risikoabschätzung von einem Herzinfakt oder Schlaganfall gemessen. Ebenso wird dieses Eiweiß bei Verdacht auf einen Folsäure- oder Vitamin B12-Mangel bestimmt und ist auch bei thrombotischen Gerinnungsstörungen häufig erhöht.
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INR
Diese international gültige Norm der Gerinnungsmessung
(INR = International Normalized Ratio) wird zur Überwachung von gerinnungshemmenden Medikamenten und zur Diagnose von Gerinnungsstörungen eingesetzt. Der behandelnde Arzt wird die INR zwischen 2,0 und 3,5  individuell zur Antikoagulation (Gerinnungshemmung) einstellen. INR ersetzt heute den Quick-Wert.
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Kalium i.S.     (3,6 -5,5 mmol/l)
ist beteiligt an allen Muskel- und Nervenaktivitäten.
Herzerregungsstörungen können durch zu viel und zu wenig Kalium erzeugt werden. Bei Nierenerkrankungen oder Durchfall können sich die Kaliumwerte verändern. Entwässerungstabletten, auch Abführmittel verringern den Kaliumgehalt im Blut.
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Kreatinin i.S./KREA    (62 -106 umol/l)
 Bei Nierenschädigung findet sich vermehrt Kreatinin, ein harnpflichtiges Stoffwechselprodukt, im Blut. Es wird generell bei Muskeltätigkeit gebildet und weist mit pathologisch erhöhten Werten auf eine Muskelverletzung oder Nierenfunktionsstörungen bzw. auf einen Flüssigkeitsmangel hin. Veränderungen können sich auch vor und direkt nach der Schwangerschaft ergeben.

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